Bava Metzia 138

Kapitel 138

א כה"ג ודאי צריך לאודועיה זוזי מי שקיל טבי ושביק חסרי
1 In diesem Fallesolltest du es ihm erst recht mitteilen. Hierauf fragte er ihn: Kann man denn gutes Geld nehmen und fehlerhaftes zurücklassen?
ב (אמר ליה לא אמר ליה) חמרא כולי עלמא ידעי דאיכא דבסים ואיכא דלא בסים
2 Jener erwiderte: Nein. Da sprach er: Beim Weine aber weiß alle Welt, daß mancher schmackhaft und mancher nicht schmackhaft ist.
ג גופא אמר רב נחמן זוזי כמאן דפליגי דמו הני מילי טבי וטבי תקולי ותקולי אבל טבי ותקולי לא
3 Der Text. R. Naḥman sagte: Geld gilt als geteilt; dies aber nur in dem Falle, wenn es ganz aus guten oder ganz aus gewichtigenbesteht, nicht aber, wenn aus guten und gewichtigen.
ד רב חמא הוה מוגר זוזי בפשיטא ביומא כלו זוזי דרב חמא הוא סבר מאי שנא ממרא ולא היא מרא הדרא בעינא וידיע פחתיה זוזי לא הדרי בעינייהו ולא ידיע פחתיה
4 R. Ḥama vermietete[Geld], einen Zuz für eine Kupfermünzefür den Tag; darauf ging sein ganzes Geld zugrunde. Er glaubte, es sei nicht anderes als eine Schaufel. Dies ist aber nichts; eine Schaufel wird in natura zurückgegeben und die Abnutzung ist kenntlich, Geld aber wird nicht in natura zurückgegeben und die Abnutzung ist nicht kenntlich.
ה אמר רבא שרי ליה לאיניש למימר ליה לחבריה הילך ד' זוזי ואוזפיה לפלניא זוזי לא אסרה תורה אלא רבית הבאה מלוה למלוה ואמר רבא שרי ליה לאיניש למימר ליה לחבריה שקיל לך ארבעה זוזי וא"ל לפלוני לאוזפן זוזי מ"ט שכר אמירה קא שקיל
5 Raba sagte: Man darf zu seinem Nächsten sagen: da hast du vier Zuzund borge jenem Geld; die Tora hat nur den Wucher verboten, der [direkt] vom Schuldner zum Gläubiger gelangt. Ferner sagte Raba: Man darf zu seinem Nächsten sagen: da hast du vier Zuz und sage jenem, daß er mir Geld borge; er hat nur einen Lohn für die Befürwortung erhalten.
ו כי הא דאבא מר בריה דרב פפא הוה שקיל אוגנא דקירא מקיראי וא"ל לאבוה אוזפינהו זוזי אמרו ליה רבנן לרב פפא אכיל בריה דמר רביתא אמר להו כל כי האי רביתא ניכול לא אסרה תורה אלא רבית הבאה מלוה למלוה הכא שכר אמירה קא שקיל ושרי:
6 So nahm Abba Mar, Sohn des R. Papa, Wachsscheiben von den Wachshändlern an, und sagte zu seinem Vater, daß er ihnen Geld borge. Darauf sprachen die Jünger zu R. Papa: Der Sohn des Meisters ißt Wucher! Er erwiderte ihnen: Solchen Wucher mag er essen; die Tora hat nur den Wucher verboten, der [direkt] vom Schuldner zum Gläubiger gelangt, er aber erhielt nur einen Lohn für die Befürwortung, und dies ist erlaubt.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> שמין פרה וחמור וכל דבר שהוא עושה ואוכל למחצה מקום שנהגו לחלוק את הולדות מיד חולקין מקום שנהגו לגדל יגדילו
7 <b>M</b><small>AN DARF EINE</small> K<small>UH, EINEN</small> E<small>SEL UND ALLES, WAS FRISST UND</small> A<small>RBEIT VERRICHTET, AUF</small> T<small>EILUNG SCHÄTZEN</small>. I<small>N</small> O<small>RTEN, WO ES ÜBLICH IST</small>, <small>DIE</small> J<small>UNGEN ZU TEILEN</small>, <small>TEILE ER SIE, UND WO ES ÜBLICH IST, SIE GROSSZUZIEHEN, ZIEHE ER SIE GROSS</small>.
ח רבן שמעון בן גמליאל אומר שמין עגל עם אמו וסיח עם אמו ומפריז על שדהו ואינו חושש משום רבית:
8 R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL SAGT, MAN SCHÄTZE EIN</small> K<small>ALB MIT SEINER</small> M<small>UTTER</small><small>UND EIN</small> F<small>ÜLLEN MIT SEINER</small> M<small>UTTER; FERNER DARF MAN AUF SEIN</small> F<small>ELD VORSCHIESSEN</small>, <small>OHNE</small> W<small>UCHER ZU BEFÜRCHTEN.</small>
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן מפריז על שדהו ואינו חושש משום רבית כיצד השוכר את השדה מחבירו בעשרה כורים חטין לשנה ואומר לו תן לי מאתים זוז ואפרנסנה ואני אעלה לך שנים עשר כורין לשנה מותר
9 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf auf sein Feld vorschießen, ohne Wucher zu befürchten; wenn beispielsweise jemand von seinem Nächsten ein Feld für zehn Kor Weizen für das Jahr pachtet und zu ihm sagt: gib mir zweihundert Zuz, ich will es meliorieren, und ich gebe dir zwölf Kor für das Jahr, so ist dies erlaubt.
י אבל אין מפריז לא על חנות ולא על ספינה
10 Man darf aber nicht auf einen Laden oder auf ein Schiff vorschießen.
יא אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה פעמים שמפריז על חנות לצור בה צורה ספינה לעשות לה איסקריא חנות לצור בה צורתא דצבו בה אינשי והוי אגרא טפי ספינה לעשות לה איסקריא כיון דשפירא איסקריא טפי אגרא טפי
11 R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Zuweilen darf man auch auf einen Laden vorschießen, nämlich um diesen mit Malereien zu verzieren, und auf ein Schiff, um für dieses einen Mast anzufertigen. Einen Laden mit Malereien zu verzieren, denn die Leute wünschen dies, und er erzielt einen höheren Gewinn; einen Mast für ein Schiff, denn, wenn der Mast schöner ist, bringt es einen höheren Gewinn.
יב ספינתא אמר רב אגרא ופגרא אמרו ליה רב כהנא ורב אסי לרב אי אגרא לא פגרא אי פגרא לא אגרא שתיק רב
12 Bei einem Schiffe, sagte Rabh, sind Lohn und Entschädigung[zulässig]. R. Kahana und R. Aši sprachen zu Rabh: Wenn Lohn, keine Entschädigung, und wenn Entschädigung, keinen Lohn!? Da schwieg Rabh.
יג אמר רב ששת מ"ט שתיק רב לא שמיעא ליה הא דתניא אע"פ. שאמרו אין מקבלין צאן ברזל מישראל אבל מקבלין צאן ברזל מן הנכרים אבל אמרו השם פרה לחבירו ואמר לו הרי פרתך עשויה עלי בשלשים דינר ואני אעלה לך סלע בחדש מותר לפי שלא עשאה דמים
13 R. Šešeth sprach: Hat er nicht von folgender Lehre gehört? Obgleich sie gesagt haben, daß man kein eisernes Viehvon Jisraéliten, sondern nur von Nichtjuden pachten dürfe, so sagten sie dennoch, daß, wenn jemand seinem Nächsten eine Kuh einschätzt, und dieser zu ihm sagt: deine Kuh sei mir mit dreißig Denar angerechnet, und ich will dir einen Sela͑ für den Monat [Miete] zahlen, dies erlaubt sei, weil er sie nicht in Geld umgerechnet hat!? –
יד ולא עשאה אמר רב ששת לא עשאה דמים מחיים אלא לאחר מיתה
14 Hat er sie denn nicht umgerechnet!? R. Šešeth erwiderte: Er hat sie nicht für die Dauer ihres Lebens in Geld umgerechnet, sondern nach ihrem Tode.
טו אמר רב פפא הלכתא ספינה אגרא ופגרא
15 R. Papa sagte: Die Halakha ist: Bei einem Schiffe sind Lohn und Entschädigung [zulässig].